meer

Praktische Anwendung – Schwarmintelligenz Mittwoch, 09. September 2009

,

ZitatauszugSpiegelOnline:

Große Menschengruppen lassen sich intelligent steuern – man muss die Aufpasser nur an den richtigen Stellen platzieren.

Oder warum 5% der Leute ausreichen um 95% der Masse zu bewegen!

Ich erinnere mich an eine Geschichte: Die Sterncombo Meißen spielte auf der Freilichttribüne im Küchwald zu Chemnitz, irgendwann in den 70ern. Sie spielten gelangweilte Scheiße (Sing mein Sachse sing) und provozierten das Publikum. Die meisten erwarteten gute elektronische Musik aber nicht diese Narrennummer. Ich pfiff gegen den Rhythmus, ganz allein, aber so laut das ich zu hören war.

Drei Minuten passierte gar nichts, die spielten und die Leute waren nur still. Mir ging schon bald die Luft aus und nach 10 Minuten steigerte ich noch einmal und beschloss im Kopf, die Veranstaltung als Verliere zu verlassen.

Dann pfiffen 3, dann 5, dann 20 Leute – alle im gleichen Gegenrythmus, danach brach der Sturm los, wenige Minuten später würden die Leute die Bühne zerlegen – danach kam dann der richte Sound von der Bühne , im Stil von Pink Floyd aus und es war eines der besten Konzerte, die ich je hören würde.

Es brach keine Panik aus, als die Zwillingstürme in New York am Morgen des 11. September einzustürzen drohten.

Die Lähmung ist wohl die Vorstufe zur Panik?

Massenhysterien entstehen immer allmählich. Krause glaubt daher, dass man vorher steuernd eingreifen kann.

Wenn man die Regeln der Weisheit der Masse im Kopf hat und die kleine Gruppe synchron agiert!

Alleine im vergangenen Jahrhundert kamen 4000 Menschen bei Massenpaniken um. Mehr als zehnmal so viele wurden verletzt.

In der Regel soll Wachpersonal an den Ein- und Ausgängen und am Rand der Menge – beispielsweise bei Konzerten oder Kundgebungen – Zwischenfälle verhindern.

Krause fand jedoch heraus, dass die Aufpasser nicht optimal platziert waren, um eine rasche Evakuierung zu gewährleisten.

Krauses Team analysierte das Verhalten von 200 Freiwilligen in einer Arena von fünfzig Metern Durchmesser. Nur wenn die Helfer an den Ecken oder in der Mitte der Menschenmasse standen, konnten sie die Gruppe am schnellsten und ohne Gedränge aus der Arena an einen bestimmten Punkt am Rand führen. Dieses Ziel war lediglich den Helfern bekannt, nicht aber dem Rest der Gruppe. Auch Computermodelle bestätigten die Ergebnisse.

Eine kleine Gruppe in der Gruppe agiert synchron, viele Worte sind nicht nötig!

Krause teilte den übrigen Teilnehmern lediglich mit, dass sich Leute in der Gruppe befinden, die wissen, wo es langgeht.

An diesen Bewegungscharakteristika erkannten die übrigen Mitglieder die Eingeweihten und folgten ihnen intuitiv. “Man kann alleine an der Bewegung von Personen in einer Menschenmenge erkennen, wer bestimmte Informationen hat”, leitet Krause aus den Versuchen ab, die er in Kürze veröffentlichen wird.

Fünf Prozent der Tiere steuern einen ganzen Schwarm.

Umgekehrt führen seine Experimente vor Augen, wie eine großteils ahnungslose Menschenmasse vom Wissen Einzelner profitieren kann. Diese Weisheit der Vielen kann in Notsituationen lebensrettend sein.

Die Weisheit der Vielen benötigt die klaren Bedingungen in der sich diese Intelligenz entfalten kann, deshalb muß man für diese Bedingungen sorgen, es ist der Beweis für eine erfolgreiche Demokratie, in der die Freiheit der Entscheidung gegeben ist aber Minderheiten dennoch das Ganze bestimmen dürfen!

Besonders günstig für eine Evakuierung erwies sich in Krauses Versuchen, wenn ein Helfer auf etwa zwanzig Menschen kam. Bei einer größeren Zahl an Aufpassern neigte die Gruppe dazu, sich zu teilen, kam aber keineswegs schneller ans Ziel.

1 : 20 – diese Zahl sollte man sich merken!

Sobald fünf Prozent der Tiere in einer Herde ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen, imitiert die Mehrheit der übrigen dieses.
So konnte Krause mit einen Anteil von fünf Prozent schwimmender Fischroboter in einem Aquarium einen ganzen Fischschwarm fernsteuern. Die Tiere folgten den elektronischen Exemplaren auch an Orte, die sie sonst nie aufsuchen würden, etwa in die Nähe eines Räubers.

Reduzierte der Biologe dagegen die Zahl der Roboter, folgten nicht mehr alle oder gar keine Tiere.

Abstoßung, Anziehung und Nachahmung bestimmen die Schwarmbewegungen

Wer die Lösung für ein großes Problem kennt, wobei die Lösung keine Paradoxie sein darf und sie sollte Umsetzungsfähig sein, der braucht 5% der Leute – um die Masse zu bewegen!

Er wies nach, dass Europäer zu achtzig Prozent intuitiv auf der rechten Seite laufen.

Das die Rechte Seite eine größere Präferenz hat als die LINKE, sollte mit einbezogen werden!

:: :: :: :::::: :: :: ::

kommentieren

Die Mailadresse wird nicht mit angezeigt.

:: :: :: :::::: :: :: ::
  1. 10.10.2010 02:05 — DerVogel

    “Er wies nach, dass Europäer zu achtzig Prozent intuitiv auf der rechten Seite laufen.”

    Und 20% sind Briten?

    :: :: :: :::::: :: :: ::