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° Haiku - Senryu ° Donnerstag, 07. Mai 2015

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Weitere deutsch japanische Kurzgedichte – Meditationsübungen

Ivetas’ Bluse
Sommerleicht
Honigluft

Der Tropfen steigt
Das Glitzer fällt
Tösendes Rauschen

Leeres Kind
Voller Leerer
Lehrt sich selbst

Himmelsblau
Giftiger Strich
Ich sehe nicht

Der Vogel fällt
Der Flügel fliegt
Genick gebrochen

Grünes Blätterlicht
Erschüttert die Erde
Schattengesicht

Wer liebt der lebt
Was lebt das stirbt
Wer spürt Reiselust?

Fremde Hand vor Augen
Schreck geht weg
Hoffnung flackert

Türklingeln
Schweigeträne
Wartehäuschen

Warmer Tropfen
Dauerregen rasselt
Kosmische Schauer

Warmgrau drückt den Schweiß
Blitze zucken schweigend
Krachen reißt es auf

Sommerspiegelstrassen
Heiße Luft im Flatterhemd
Durst als Gierorgasmus

Waschmaschine
Roll Roll Surr Surr Klick Klack
Zeitmaschine

Blasen wirbeln
Verwirrspiele
Staatsräson

LieblingSpiel
Ich brauche Dich
Gebrauchtwagenunfall

Frau wächst am starken Stamm
Mann, die Krone im Licht
Würgefeige

Verknallt der Junge
Schalltrauma
Suchtschmerzlust

Goldsprache
Blutmetall
Hirnwäsche

Ei Wort
Ein Satz
Sprengschatz

Vertrieb
Verwuchs
Verparadox

Schönheit
Mittelmäßigkeit
Überheblichkeit

Dummheit
Bosheit
Feigheit

Goldenes Licht
Rote Blätter im Baum
Schwarze müde Erde

Letzter Sommertag
Lebensanfang
Tödliche Wiederholung

Erster Frühlingsregen
Sprühen in den Blättern
Die Brille im Nebel

Freizeit
Zeitergeben
Eianfang

Erdrücken
Erziehen
Erlieben

Zusammenreißen
Zerstörschweißen
Zielkreisen

Zwangsbeschulung
Frontalsingstimme
Füllstoffplappern

Wolkenwetter
Graumattlicht
Schlaaffarben

Osterei
Hasenfrei
Einerlei

Dumköpfe
Leerschädel
Neugierversehrte

Zeitumstellung
Kosmos rattert
Stilles Gleichmaß

Gingobäumchen
Fensterbrett
Blätter strahlen

Es sprechen sich Worte
Gefühle klingen
Mischungen erzählen

Harter Fels
Brandung erschlägt kein Fisch
Weiches Wasser

Vogel fällt aus der Luft
Der Schatten eines Drachen
Herzstillstand

Wurm am Haken
Fischzähne
Mann fällt von Klippe

Sonne bricht Schleier
Wärme zieht Herzen
Grün duften Schritte

Radiowelle
Mohnfeld im altem Licht
Bienen summen

Tau Tröpfchen
Buntlicht bricht hervor
Grashalm zittert

Mücke sticht
Hand schlägt
Kopf fällt von der Brücke

Kein Geld, keine Liebe
Gedanken im Gewitter
Blitz trifft, Donner

Alte Männer
Alte Frauen
Alte Kinder

Quallenschallklang
Frauen messen Männer
Sommerduft im Freibad

Liebe haben wollen
Am Markt wollen Alle
Geschlossen

Geben ist Selig
Schenken beseelt
Anfangen können

Der Grund in Uns
Gebrochen die Brücke
Kaltes Wasser

Schnee schmilzt
Sonne zieht Grün
Flüsse stürzen ins’ Meer

Böse sagt Gut
An den Taten erkennen
Gut sagt Böse

Schnee wie Samt
Glatte Stille
Achtsam die Füße

Sternenklar die Nacht
Im Sturm funkeln die Sterne
Rot und Grün blinkt

Fenster winken
Mein Sohn
Eine Woche später

Zusammen
Geschlossen das Alte
Resonanz im Fühlen

Sonne scheint nicht
Sonne informiert
Salz im Augenblick

Fernsehen
Nahschauen
Enddenken

Schönling Dampfplauderer
Buntfische im Eck
Vergess’ jetzt ganz

Sprech’ mit Ihm
Oder mach’ das Radio an
Einerlei Geistbrei

Steine im All
Blau die Erde strahlt
Der Kaffee dampft

Geld sei nie Gold
Am Äquator steigt die Luft
Bergbäche gurgeln

Perlen rollen am Strand
Schwarzer Sand im Mondlicht
Armer Mannes Füsse

Sonne brennt blanken Stein
Ein Glas Wasser funkelt
Ihre Hand zieht zurück

Ein Ziel zu treffen
Tröpfchen durch die Spinnwebe
Wer kein Ziel weis

Schnee wie Samt
Glatte Stille
Achtsam die Füße

Sternenklar die Nacht
Im Sturm funkeln die Sterne
Rot und Grün blinkt

Fenster winken
Mein Sohn
Eine Woche später

Zusammen
Geschlossen das Alte
Resonanz im Fühlen

Sonne scheint nicht
Sonne informiert
Salz im Augenblick

Fernsehen
Nahschauen
Enddenken

Schönling Dampfplauderer
Buntfische im Eck
Vergess’ jetzt ganz

Sprech’ mit Ihm
Oder mach’ das Radio an
Einerlei Geistbrei

Steine im All
Blau die Erde strahlt
Der Kaffee dampft

Geld sei nie Gold
Am Äquator steigt die Luft
Bergbäche gurgeln

Perlen rollen am Strand
Schwarzer Sand im Mondlicht
Armer Mannes Füsse

Sonne brennt blanken Stein
Ein Glas Wasser funkelt
Ihre Hand zieht zurück

Ein Ziel zu treffen
Tröpfchen durch die Spinnwebe
Wer kein Ziel weis

Kunst ist Gunst
Gefrorene Kraft
Herzfeuer glimmt

Neid
Gebrochener Eid
Ihr oder Wir

Heiß der Teer
Laufen ist schwer
Wille will Wollen

Schwerer Regen
Graue Seele
Leuchtfeuer dreht im Nebel

Kein Wir
Nur Ihr
Galgenstrick

Schreibstift
Quer in den Zähnen
Lachen lernt kommen

Stedig im Gebrauch
Das Beste ist gut genug
Ein leerer Schrank

Roter Abendhimmel
Graue Erwartung
Schneeweiß peitscht die Gicht

Zusammenkunft
Geschlossen das Alte
Zerbrech den Spalter

Einem Prozent von Allem
Einhundert von Nichts
Apfelstück im Mund

Mutter schreit dem Kind
Schneekugel
Spitze Steine im Grund

Dampfender Sommerregen
Blitze krachen
Seele frei

Haiku Senry
Gedankenpunkt
Samenkapsel

Fixe Idee
Kurzer Strick
Im Kreis Fixpunktblick

Gier nach Leben
Geist oder Dinge
Gier ist die Angst im Sterben

Ein Stein schwimmt im Bach
Einstein sieht im Glitzern
Ein Weiser weis dies

Liebe ohne Austausch
Sehnsucht macht Süchtig
Wolken fliegen dahin

Gefühle bohren
Wirbel drehen
Wo und Wie ?

Delphinblick
Kopf über Steuerbug
Haare nass

Aufschauen
Konzentriert gehen
Energie verwandeln

Wirbelsog zieht
Spiralbahn nimmt fort
Torkado presst aus

Ein längerer Blick
Wärmendes Tränchen im Aug
Herzlächeln

Wuthize im Hirn
Kalt im Wasserfall
Zirkaden zirpen

Braunes Schwein
Weisser Teller mit Goldrand
Der Hahn ist ein Schwan

Weite Frühlingswiese
Erdduft zwischen Spinnenfäden
Bisse am Bauch

Einsam ist Jeder
Weis dies oder nicht
Der Samen wartet

Einsam beobachten
Sich dabei achten
Der Kern bricht auf

Es ist Seltsam
Der Same ist fort
Zartgrünes Leben

Neugier ist Geist
Geist ist Existenz
Fühlen ist fließen

Einfließen und Ausfließen
Leben zum Sterben
Die Prärie brennt

Liebe ist leider frei
Liebe ist ohne Willen
Der Wille zieht an

Wer Liebe will
Der hat schon
Gier in den Fesseln

Wer lange schläft
Der Meditiert schon mal
Mit Absicht

Geil macht Gier
Geiz macht Geil
Ohnmacht will Macht

Geil ist Ohnmacht
Sehnsucht im Strom
Friede aus Befriedigung

Geil der steinige Weg
Orgasmus das Ziel
Nie in der Ferne, vergessen

Wale schlafen
Skipper träumen
Grün glüht der Ozean

Die See glitzert
Segel berühren den Horizont
Recht voraus

Mann fällt von Bord
Drei Tage und drei Nächte
Knochen erreichen den Grund

Wach im Regenwald
Nebel klebt grün
Kreischen die Schreie

Auf der Bar ihr Bein
Strumpfglatt Silber
Von der Spitze erfährt meine Hand

Der Frau Kinderlachen
Klingelling
Finger am Abzug

Vulkanwände hemmen
Wolken jagen empor zu Tal
Im Dom erschauern

Einfallslos
Die Tore sind geschlossen
Wächter schlafen

Schneeweiss die Nacht
Die Kälte beisst
Kristalle krachen

Liebe mit Angst
Erotisches Brennen
Herausgerissenens Ende

Sterben zum Licht
Maximalgeschwindigkeit
Frei die Zeit

Sternenklar
Nebelscheibe
Neutronensonne

Hass bindet
Schlüssel im Schloss
Liebe kann durchatmen

Japans Sonne
Aprikosenduft im Haar
Schwarzes kitzelt

Gas Ziehen
Wind hören
Strasse spüren

Ach Papa
Kinder machen das so
Weisheitslächeln

Berliner Sommernacht
Mädchenbluse
Es blinkt die Turmspitze

Fussabdrücke im Sand
Was bleibt vom Leben
Die Welle spült darüber

Zinseszins
Welt Schmerz Zweiteil Problem
Geldmautlösung

Morgendämmern auf dem Berg
Kosmisches Blau
Über den Wolken

Hassgrund wie Liebe
Heimatflucht
Der Wagon schwankt

Lachen und Sex
Eine Origie
Unvorstellbar

Furcht im Kopf
Durchfall im Magen
Seele zittert

Augen haben Papierfutter
Brüste drohen Immer fort
Hände fassen

Schwankt sich Groß
Kindchen brutal im Dampfschweiss
Erschlagen gefallen

Gefahr, Lichterfunkeln
Gier der Feuerdominanz
Glückssträhne, abgestürzt

Bahnhofsruhe, Streik
Glückliche Holzbank Heimat
Zeit zerstört

Mama Manna
Zuckerschleim in der Lunge
Wutanfall tobt

Sonne blinzelt
Perlchen im Regenbogen
Bauch lacht warm

Streckt sich höher
Schaum grell grollt
Der Fuss im Leeren

Über Kopf die Luft
Im Stein fest grallen
Über Grund, Frieden

Stahlgrau, fremde Augen
Kalt im Mariannengraben
Angst ausfauchen

Schwül der Fremde
Griffkühl die Bierflasche
Splittermesser – Blut

Dürre Hand lässt kochen
Grassaft warm in der Lunge
Blumenüberglück

Man sollte die 5 – 7 – 5 Regel nicht erzwingen, den Deutsch ist kein Japanisch.

Es ist aber Sinnvoll unsere Kultur an alten Kulturen auszurichten, gerade wenn sie uns auch noch Freundlich gesinnt sind.

Dennoch darf man dann auch etwas den eigenen Weg gehen!

Die strikte Trennung zwischen Haiku und Senryo sehe ich hier zu Lande nicht ein!

Die Kunst des Bildes, der Einfachheit, dem Nachhall – ist eine große Herausforderung!

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  1. 20.01.2010 03:05 — Oldy

    Ein morgen
    wird es nur geben,
    wenn wir etwas tun’

    Ein morgen
    wird es sonst vielleicht
    in tausend Jahren geben
    oder auch nie.

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  2. 20.01.2010 17:41 — Winfried

    Haiku = drei Zeilen ( = < ) als 17 Silben – im Deutschen.

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  3. 14.05.2010 21:33 — Noah Noel

    Habe mich auch mal daran versucht:

    Im Mondlichtschimmer
    des Wassers Wellenkreise
    stiller Silbertanz.

    Es grüßet,
    Noah Noel (www.noahnoel.de)

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