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° Das andere Weihnachtsmärchen ° Montag, 21. Dezember 2009

Vor einigen hundert Jahren saß ein kleine König in einem kleinen Königreich, in der Vorweihnachtszeit am kalten Kamin. Er hatte einfach keine Goldmünzen mehr in seiner Truhe und verschuldet wahr er bis über beide Ohren.

In seinem Schuldturm gab es keinen Platz mehr und das Volk maulte – die neuen Steuern könnte man zwar versuchen, aber die Gefahr eines Aufstandes dürfe man nicht unterschätzen.

Nicht einmal mehr das Holz, bringen die Bauern, jetzt wahr guter Rat teuer.
Sein Hausspion erzählte dem kleinen König gerade das der böse Nachbar, darüber nachdachte in den Krieg zu ziehen und somit der König sogar noch seine Hütte verlieren würde, auch wenn man diese Hütte eine Burg nannte. Aber um dieses Jahreszeit ist die Kälte kaum noch zu ertragen.

Da meldete sich der Hausspion zu Wort und sprach: „Lieber König, wir machen Übermorgen ein großes Fest und bezahlen gleich noch alle Schulden, dann haben die Leute ihren Spaß und können ihrerseits ihre Schulden zahlen und zu Weihnachten ist der Schuldturm leer aber die Truhe des Königs wieder voll, ich weis was man machen muß, das habe ich von meinem Vater gelernt!“

Der König trank seinen letzen Wein und schmatzte und schrie: „Aber Wie?“

Der Hausspion erklärte die ganze Sache: „ Wenn die eine Goldkiste leer ist dann ist die andere Goldkiste voll, wir gehen hin und nehmen von der vollen Kiste, was wir tragen können.

Mein König, wir brauchen ein ordentliches Pogrom in die Welt hexen. Da kann sich die Wut des Volkes dann an den Unschuldigen entladen und den Schuldigen, der unsere Schulden aufbewahrt, den kaufen wir uns im ganzen Trubel.“

Der König nickte und sprach: “Ja es ist Zeit für ein Pogrom, sollen die Juden vor die Stadt getrieben werden, die Leut’ werden es gerne machen, denn die Alten wissen das sie dann bald wieder volle Bäuche haben werden, aber wie fängt man es richtig an?“

Da nahm der Hausspion die letzten Silbermünzen die der König noch hatte und einige Leute vom Soldatenvolk, die er im voraus bezahlen musste. Dann ging er zum Schuldturm und lies alle armen Juden frei und lud sie in das Dorfgasthaus ein, er zeigte dem Wirt sein Silber und sprach: „Lasst bekannt machen, ich zahle eine große Runde, zu ehren des Herrn!“

Nach einigen Stunden rief der Spion: „Das Judenvolke hat unseren Jesus umgebracht!“

Da entstand ein Tumult und die Leute wollten schon losziehen um die Juden vor die Stadt zu jagen, denn sie kamen aus dem Schuldturm frei während ihre Väter und Söhne dort darben mussten!

Da sprach ein Jude aus einer dunklen Nische: „Ach wo, warum habt ihr nicht eine eigene Religion? Der Jesus kam als Fremder und ging als Fremder, er wurde nicht als Jude geboren und die Römer brachten ihn zu Tode! Ein Mann ohne Vater, er hat doch keine Erblinie, so etwas kann nicht einmal ein Jude erfinden!“

Der Spion sprach im entgegen: “Dann sage mir doch einmal wo er herstammt und sage auch gleich noch, ob Juden fremde Kinder fressen!“

Da lachte der Mann mit dem weißen Bart, und sprach: „Wir fressen keine Kinder, aber wir mögen kein Schweinefleisch, weil man es vom Menschenfleische nicht unterscheiden kann, euer Jesus kam aus Indien und ging auch wieder dahin zurück, diese Schriften fälschten die Römer, weil sie den Kampfgeist der Juden damit brechen wollten und den aller anderen unterworfenen Völker!“

Da bestellte der Spion dem Juden aus dem Schuldturm ein großes Bier, und erklärte alle Leuten, die Gastwirtschaft wahr inzwischen voll geworden: „Wenn das Christuskind nicht geboren wurde im heiligen Land, sondern in einem anderem fernen heiligen Land, dann können die Juden keine Schuld an seinem Tod tragen aber wenn die Juden keine Kinder fressen, töten sie diese Unschuldigen dann aus Glaubensdingen?“

In der Ecke wurde es still, ein Räuspern konnte man hören: „Meinst du die Geschichte von Isaak – aber Gott hat doch … !“

Da schrie der Spion: „Ein Teufel wer einem Vater befiehlt seinen kleinen Sohn, den Hals durch zu schneiden, auch wenn er es im letzten Augenblick auch abwenden möge, der Tempel ist ein Blutstein für Kinderblut, geht und jagt diese Mörder aus der Stadt und nehmt von ihnen all ihr Eigentum!“

Da stürzte der Pöbel los und ergriff die Juden und prügelte wohl viele von ihnen zu Tode, sie hatten mangels Brot auch keine Kraft sich wehren zu können.

Der reiche Kaufmann öffnete die Tür und kaufte sich und seine Familie frei, die Schuldscheine des Königs wurden verbrannt, aber nicht Alle, sein Gold wurde ihm gestohlen aber ein Rest verblieb bei ihm. Am nächsten Tag verkündete der König ein großes Fest, die Schulden tilgte er und der Kaufmann konnte die Seinen eintreiben, das Geschäft endet nicht

Da kamen im Stillen die Juden zurück und weinten ihres Unglücks wegen. Aber da in den folgenden Monaten der Markt wieder den Flötenmann in seiner Mitte einließ. Der König seine Soldaten zahlen konnte und der Wirt zufrieden wahr, der dicken Zechen wegen. Da hörte der König im Nachbarland dies, ein Hausspion diente ihm seine Dienste an, wenn er ihn dafür auch fürstlich ihn bezahlen wolle!

Der König sprach: “Wenn ich nun nicht die Juden vor die Stadt jagen möchte, aber auch nicht dem Kaufmann seine gefüllte Kiste gönne, währe es dann nicht einfacher den Kaufmann zu hängen?“

Der erfahrene Hausspion lachte und sprach: „Und wer leiht dir dann Geld?“

Der große König wirkte sehr bedächtig: „Wohl gesprochen, aber wie mache ich es das mein Land glücklich ist und ich noch Glücklicher und mir niemand Geld leihen muß?

Dann sprach der Spion: „Dann darf das Geld in keiner Kiste faulen, verrufe es jedes Jahr, mache eine neue Prägung und wer das Neue haben will, der gebe 12 vom Alten und bekomme 9 vom Neuen, kein Steuereintreiber wird mehr nötig sein und kein Wucher wird dich ersticken!“

Da ernannte er den Spion zu seinem Schatzmeister und nach nicht langer Zeit erklärte er seinem armen Nachbarn den Krieg, seine Leute wollte nicht kämpfen, er gab ihn zu essen und zum trinken und zwei Männer ritten aus der Stadt, der Eine wahr dick und der Andere klein!

Die Worte des Heiligen, in der heiligen Zeit, aus dem heiligen Land, die Worte heiligten die Welt aber nicht die erfundenen Geschichten!

Jetzt sprach einer aus der dunklen Ecke, diese Worte kommen von Gott und nicht von einem Orientalischen Geschichtenerzähler, das sagt jeder Geschichtenerzähler, zu allen Zeiten, wenn es der Worte genug gewesen wahr!

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