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° Spiegelwahrheit und die Bürger ° Montag, 01. September 2008

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Die Bürger sind zu schlau!

TeilZitateSpiegelOnline:

An der Sprache erkennt man den Inhalt:

fragte gestern Maybrit Illner in die Runde, die mit russischen und deutschen Betonköpfen besetzt war.

Aha … Betonköpfe!

jenen Intellektuellen, die Humanismus und Aufklärung mit der Muttermilch aufgesogen haben.

Ach ja, Betonköpfe voller Humanismus und Aufklärung – gemeint sind Pazifisten!

Schon gar nicht Amerika, der wahre Hort des Bösen. Obama hin, Obama her.

So ist es – der Spiegel würde eine „Jelzindemokratie“ in China wohl begrüßen!

Nach der offen völkerrechtswidrigen Aggression Russlands gegen Georgien wiederholt sich das Phänomen: In unzähligen Leserbriefen, in Talkshows und Zeitungsartikeln wird dem neuen, skrupellosen Großmachtstreben Moskaus ganz unverhüllt Beifall gezollt oder wenigstens Verständnis entgegengebracht.

Das Volk hat die Lügen eben langsam satt auch die des Spiegels! Die Aggression ging von Georgien aus, die Ausbildung und die Waffen kamen aus Israel und der Kriegsminister auch.

Laut Umfragen gilt einer Mehrheit der Bürger im Zweifel Amerika gefährlicher als Russland. Selbst im Feuilleton der (“FAZ”) wandte sich jüngst ein Redakteur gegen die angeblich vorherrschende reflexhafte “Russophobie” und mutmaßte dunkel über verborgene Interessen Amerikas und Israels.

So dunkel währen diese auch gar nicht wenn der Spiegel sein Licht hinein werfen würde aber das ist nicht seine Funktion!

Am Donnerstag legte ein Kollege nach – kein “imperialistischer Wille” leite Putin und Medwedew, sondern allein die Absicht, “für Sicherheit zu sorgen”. Originalton “FAZ”: “Wenn Russland wieder Einfluss gewinnt in ehemaligen Sowjetrepubliken und unter seinen Nachbarn, dann ist das ein Zeichen der Normalisierung.

Tja das ist ja auch wenn die Kollegen ihre Arbeit machen und sich nicht an heimliche politische abkommen halten!

Talkshow von Maybrit Illner nach der Sommerpause, und man merkte allen Beteiligten, die teils frisch gebräunt von Europas Urlaubsküsten zurückzukehren schienen, die Verwunderung an. Wie, was, wo? Kalter Krieg in Europa?

Wer macht ihn denn und wem nützt er? Wer ist der Veranstalter? Wer fährt diese Chruzpe?

Wir stehen mit dem Rücken zur Wand”, sagte er in unfreiwilliger psychologischer Selbstoffenbarung. Seit Michail Gorbatschows unseligem Wirken, das zum Zerfall des Sowjetreichs geführt hatte, sei Russland auf dem – wir verstehen: schmachvollen – Rückzug.

Was daran unfreiwillig ist? Der Zynismus des Westen?

Reden Sie mal mit einem russischen Unternehmer. Der ist abhängig vom deutschen Maschinenbau!

Gut für uns und den kommenden PetroRubel aber wem passt das nicht?

Der aus Tiflis zugeschaltete georgische Präsident Michail Saakaschwili nutzte die Gelegenheit und kritisierte ausführlich

Der Massenmörder und Angreifer darf an der Runde teilnehmen – hätte man das auch mit Milosevic getan?

Prompt gab Saakaschwili zurück: “Das ist eine falsche Frage

Es ist der falsche in der Runde – wenn die russischen Dokumentarfilme zeigen was passiert ist wird noch mancher kleinlaut werden – purer Horror!

Scholl-Latour hielt dagegen: “Doch, wir sind ja schon im Kalten Krieg.” Er könnte sogar “brisanter werden als der letzte”, denn die Nato sei “zu einem Kriegsinstrument gegen Russland geworden”. Da brandet Beifall auf im Studio.

Beifall für eine einfache Wahrheit, die eine Gesamtsituation beschreibt und die lebensgefährlich für Europa ist – die Nato ist kein Verteidigungsbündnis mehr.

Kurz: Positiv denken. Motto: Attraktivität ist besser als Abschreckung. Und: “Es gibt keine Einkreisung Russlands durch die Nato.

Eine Behauptung ohne Realitätsbezug.

Auf Maybrit Illners Frage, wer ihm als künftiger Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika denn lieber sei, John McCain oder Barack Obama, antwortete er in altsowjetisch-Chruschtschow’scher Klarheit: “Schwierige Frage. Beide sind schlecht.

Leider auch wahr.

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